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Ich habe als sehr späterkannte Hochbegabte (ich war über 30) einen längeren Weg des Unverstandenseins, Aneckens, teilweise sogar Leidens im privaten und insbesondere beruflichen Umfeld hinter mir.
Nach der Diagnose der Hochbegabung hatte ich das Gefühl, endlich eine Erklärung für meine seit Kinderfüßen sehr massiv gefühlte und mir von der Aussenwelt auch (meist als negativ) widergespiegelte Andersartigkeit gefunden zu haben. Ich war unbeschreiblich erleichtert. Gleichzeitig war mir diese neue Tatsache auch peinlich und suspekt und ich wagte nicht, mich mit dem Thema Hochbegabung näher zu beschäftigen. Entsprechend veränderte sich in meinem Verhalten und Erleben zunächst nicht viel. So geht es, denke ich, Vielen die sich von diesem Thema angesprochen fühlen oder entsprechend diagnostiziert werden. Ich behielt das neue Tabu-Wissen überwiegend für mich und lebte weiterhin, wie ich es über Jahrzehnte hinweg trainiert hatte: verhielt mich möglichst “normal” und angepasst, versuchte, mich in die oft starren Formen eines “normalen” Berufes einzugliedern und trachtete danach, mein Wesen und meine Begabungen bestmöglich zu verstecken, um nur ja nicht negativ aufzufallen. Obwohl ich selbst mich nie für besser sondern immer nur für anders hielt, hatte ich große Angst vor der typischen abwehrenden Reaktion meiner Umgebung: “Die hält sich wohl für etwas Besseres”.
Da aber niemand dauerhaft seine Natur und seine Fähigkeiten unterdrücken kann, brechen sie oft ungewollt hervor und führen dann meist zu recht schmerzhaftem Anecken. Beispielsweise, wenn man in Vorgesetzten ein ihnen in der Regel unbewußtes Unterlegenheitsgefühl auslöst oder mit seinem Perfektionismus, “Besserwissen” und dem typischen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn auf Unverständnis stößt. Vor allem aber kostet es einfach ungeheuer viel Kraft und Energie, sich ständig selbst auszubremsen.
So setzte ich mich schließlich doch umfassend mit der Hochbegabung und ihren vielfältigen Ausprägungen auseinander. Mit all ihren Facetten, die weit über eine besonders schnelle Auffassungsgabe oder eine überdurchschnittliche Fähigkeit zu vernetztem Denken hinausgehen. (vgl. “Hochbegabung”) Ebenso mit dem Einfluss der Hochbegabung auf die unterschiedlichsten, insbesondere auch emotionalen Bereiche des Lebens und Erlebens. Und nicht zuletzt mit den Konsequenzen eines negierenden Umgangs.
Mir erklärten sich bei dieser Beschäftigung unzählige persönliche Erlebnisse und Erfahrungen. Darüber hinaus erkannte ich die Vielfältigkeit meiner Talente und Begabungen. Schließlich begriff ich, dass Potentiale immer auch ”ans Licht” müssen, dass man zu dem stehen darf und muss, was man kann und ist.
Mit “Anders Sein” möchte ich ein Stück weit meinen so vielfältigen Talenten und Interessen einen Wirkungsraum schaffen sowie meine persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen zum Umgang mit der Andersartigkeit Hochbegabter an andere Betroffene, Angehörige und Interessierte weitergeben. Endlich nicht mehr allein zu sein mit der Andersartigkeit, sie erklärt zu sehen und sich vor allem auch einmal verstanden zu fühlen, kann bereits sehr viel verändern.
Darüber hinaus geht es bei “Anders Sein” nicht nur um “anders” sondern auch um “Sein”: Lebensfreude in sich entdecken oder erhöhen und “glücklich Sein”! Denn ganz abseits aller Begabungsthematiken denke ich, es gibt für jeden Menschen einen ganz individuellen Weg zum befriedigend glücklichen Umgang mit sich selbst und seinem Umfeld. Und diesen ganz persönlichen Pfad zu mehr Glück und Lebensfreude zu finden lohnt sich meiner Erfahrung nach ungemein. Im “Anders Sein” gibt es die verschiedensten Angebote, Sie dabei zu unterstützen. Machen Sie sich auf den Weg!
Von ganzem Herzen wünsche ich mir das Gelingen dieser meiner neuen beruflichen Herausforderung als Selbständige: “Anders Sein” möge für viele Menschen zu einem besonderen Ort der Lebensfreude, der Kreativität, der schönen Künste, der etwas anderen Begegnungen & Aktivitäten und auch der persönlichen Entwicklung werden!
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